6. Jahrgang. 2017

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Herausgeber Roland Keller

Editorial 

Roland Keller / Herausgeber

 

 

 

 

 

 

Früherkennung vor

Radikalisierung: Sommaruga und der Bund

haben nichts begriffen 

 

„Aktiv werden, bevor es zu Gewalt kommt.“ Tönt gut. Wer aber wie ich im Orient gelebt hatte, verfügt über völlig andere Erfahrungen.

„Bei Personen, die bereits radikalisiert sind, stehen die Massnahmen zur Förderung des Ausstiegs und der Reintegration im Vordergrund.“ „Prävention ersetzt die repressiven Massnahmen nicht.“

Staatsrat Norman Gobbi unterstreicht die Wichtigkeit des Informationsaustauschs.

Der Bund und seine Mitarbeiter haben eine völlig naive, sozial-ideologisierte Sicht auf das Problem.

Es geht dabei nicht um Ausstiegs- und Reintegrationsszenarien, sondern um Menschen, die sich nicht intergieren wollen.

Dabei spielt ein ungeheurer Sozialdruck in deren Gesellschaften und Religion eine grosse Rolle. Unsere offene, freie und liberale Gesellschaft widerspricht ihren Idealen und Grundsätzen. Wir müssen gar nicht so weit reisen. Auch in Süditalien oder Albanien zählt unsere Gesellschaftsform wenig.

 

Die Frage wird falsch gestellt.

Politischer-religiöser Radikalismus entsteht durch den vermeintlichen Besitz der absoluten „Wahrheit“.

Es ist ein Substitut von „Sinn“.

Unsere Gesellschaftsform verfügt über kein sinnspendendes philosophisches System. Das System einer liberalen Gesellschaft ist die Selbstverantwortung des Individuums.

Das System einer Religion ist das der Delegierung der eigenen Verantwortung an einen Gott.

Unsere Gesellschaft kann und will dies nicht bieten. Gerade deswegen hatten wir Erfolg.

Eben darum wollen alle hier leben! Aber zugleich wollen sie unser System abschaffen! Dazu kommt eine für uns kriminelle Energie, welche sich von selbst ergibt aus der Verachtung für Freiheit. Wer nicht spurt, wird mit Gewalt gezwungen. Allerdings wurde und wird Freiheit bei uns zunehmend auf Konsumfreiheit reduziert, beziehungsweise darauf, dass alles schlechthin konsumierbar sei.

Sowohl Verzicht, wie auch Aufopferung fallen diesem Konzept der Konsumfreiheit, dem anything goes, zum Opfer. Das mittelöstliche Konzept des irdischen Verzichtes zugunsten einer transzendierenden, abstrakten Idee eines Höchsten Wesens liess das freiheitliche, familien- und staatsbildende Konzept des Aufopferns absterben. Das entstehende Vakuum füllte sich zunehmend mit abstrakten, sich austauschenden Ideologien mit Teilwertigkeiten. Diese bedingen ständig einen Wechsel, da immer nur Teilwerte bedient werden.

Das Konzept der Freiheit wurde in diesem Austauschprozess zum Konsumartikel, propagiert von Medien und Marketing.

 

Das sind heute normale Mechanismen. Arbeitslosigkeit, Langeweile und Inhaltlosigkeit erleichtern die Arbeit extremistischer Anwerber, wozu auch die Anbieter von Ramschprodukten zu zählen sind. Sie alle haben „absolute Wahrheiten“ aufgebaut, welche sie intensiv vermarkten.  

Das wird geglaubt, weil sie von Höchsten Wesen stammen – selbst wenn das auf Figuren wie Marx reduziert wird.

Je älter das Buch, je länger der Bart, desto „wahrer“ ist die absolute Wahrheit.

Dagegen kommen keine toleranten staatlichen Systeme an. Nachträglicher „Ausstieg und Reintegration“ gelingen nur selten, weil das Angebot des Staates kein Paradies, oder etwas   Vergleichbares anzubieten hat.

 

Der NDB weiss längstens, dass es zu spät ist und kommuniziert dies intern. Aber niemand hört zu. Schon gar nicht das Department von Frau Sommaruga. Man setzt dort immer noch auf Reintegration.

Dass funktioniert nicht. Diese Leute müssen weg – egal ob von Links oder von Rechts. Aufräumen wird immer dringender, bevor es zu spät ist.

Wir werden bitter dafür bezahlen.

BLN-Exklusiv 

Wieviel Markt und wieviel Merkantilismus?

Gedanken zu einem europäischen Justizkonflikt

Von Prof. Dr. iur. Dr. rer. pol. h.c.  

Carl Baudenbacher, Präsident des EFTA-Gerichtshofs

Lesen Sie den Beitrag auf Seite 22.

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